Was die Heizlast ist – und was nicht
Die Heizlast ist eine Leistung in Watt: So viel Wärme geht bei Norm-Außentemperatur durch Wände, Fenster, Dach und Boden verloren und mit der Lüftung nach draußen. Sie ist kein Verbrauch in Kilowattstunden und lässt sich nicht aus der Heizkostenabrechnung ablesen.
- Raumheizlast – bestimmt, wie groß die Heizfläche im Raum sein muss.
- Gebäudeheizlast – bestimmt die Größe des Wärmeerzeugers. Sie ist kleiner als die Summe der Räume, weil Wärme zwischen beheizten Räumen im Haus bleibt.
Das Verfahren
Die App rechnet nach dem vereinfachten Verfahren der DIN EN 12831-1 mit den Pauschalwerten der DIN/TS 12831-1. Raum für Raum gilt:
Transmission: Wärme durch die Bauteile
- A – Fläche des Bauteils. Außenwände aus den Innenmaßen mit Zuschlag für die Außenmaße, abzüglich Fenster und Türen.
- U – U-Wert. Wenn du ihn nicht kennst: Pauschalwert nach Baualter und Bauweise, je Bauteil überschreibbar.
- ΔUWB – Zuschlag für Wärmebrücken, üblich 0,10 W/(m²K).
- fx – Temperaturfaktor: 1,0 gegen Außenluft, 0,5 gegen unbeheizte Räume, 0,3 gegen Erdreich.
Zu beheizten Nachbarräumen zählt nur ein Verlust, und nur bei mehr als 4 K Unterschied – damit ein Bad auch warm wird, wenn nebenan weniger geheizt wird.
Lüftung: Wärme mit der Luft
V ist das Raumvolumen, n der Luftwechsel: mindestens 0,5 pro Stunde oder die Undichtheit des Hauses (aus dem n50-Wert), je nachdem, was größer ist. Mit Lüftungsanlage und Wärmerückgewinnung zählt nur der Teil, den die Anlage nicht zurückholt.
Ein Raum zum Nachrechnen
Ein Zimmer im Obergeschoss mit Dachschräge und Gaube, Baujahr 1964, 20 °C innen, −13,7 °C außen (Bamberg) – also 33,7 K Unterschied:
| Bauteil | Rechnung | Verlust |
|---|---|---|
| Außenwand | 19,50 m² · (1,40 + 0,10) · 1,0 · 33,7 K | 986 W |
| Fenster | 2,40 m² · (1,30 + 0,10) · 1,0 · 33,7 K | 113 W |
| Dachschräge | 3,96 m² · (1,40 + 0,10) · 1,0 · 33,7 K | 200 W |
| Gaubendach | 3,12 m² · (1,40 + 0,10) · 1,0 · 33,7 K | 158 W |
| Decke zum Dachboden (unbeheizt) | 6,57 m² · (2,10 + 0,10) · 0,5 · 33,7 K | 244 W |
| Boden zum beheizten Raum darunter | gleich warm – kein Verlust | 0 W |
| Lüftung | 0,34 · 25,6 m³ · 0,5 1/h · 33,7 K | 147 W |
| Raumheizlast | 1.701 W Transmission + 147 W Lüftung | 1.848 W |
Genau so steht es in der App: Auf der Seite „Ergebnis“ und im Bericht gibt es für jeden Raum den Rechenweg – jede Zeile mit dem Taschenrechner prüfbar. Wer eine Berechnung weitergibt, soll zeigen können, woher jede Zahl kommt.
Was du dafür eingibst
- Gebäude: Ort (für die Norm-Außentemperatur), Baujahr, Bauweise, Luftdichtheit.
- Je Raum: Temperatur, Grundfläche, Höhe, Länge der Außenwand, Fensterfläche, was darüber und darunter liegt. Dachschräge, Gaube, Anbau oder nachträgliche Dämmung gehen auch.
- In jedes Zahlenfeld kannst du rechnen: 4,2*3,5 ergibt 14,7.
Fehlt etwas, rechnet die App den Raum nicht stillschweigend falsch, sondern zeigt ihn als offen an.
Ehrlich gesagt: Das vereinfachte Verfahren arbeitet mit Pauschalen – für Bestandsgebäude ist das der übliche und für den hydraulischen Abgleich anerkannte Weg. Es ersetzt keine ausführliche Berechnung nach dem Standardverfahren, wo diese verlangt ist, und keine Fachplanung.
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