Heizweise
Wissen · Hydraulischer Abgleich

Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B

Jeder Heizkörper bekommt genau so viel warmes Wasser, wie der Raum braucht. Was dafür gerechnet werden muss – und welche Werte am Ende im VdZ-Formular stehen.

Wozu der Abgleich

Wasser nimmt den leichtesten Weg. Ohne Abgleich bekommen die Heizkörper nahe der Pumpe zu viel, die entfernten zu wenig. Die Folge: Räume werden ungleich warm, die Pumpe läuft zu stark, der Rücklauf kommt zu warm zurück – und eine Wärmepumpe oder ein Brennwertkessel arbeitet schlechter, als er könnte.

Beim Abgleich wird für jede Heizfläche der nötige Durchfluss berechnet und am Ventil eingestellt. Dazu gehören die passende Vorlauftemperatur und die richtige Einstellung der Pumpe.

Verfahren A und Verfahren B

Verfahren AVerfahren B
Heizlastabgeschätzt, z. B. nach Baualter in W/m²raumweise nach DIN EN 12831 gerechnet
EinsatzNäherung, bis 500 m² je Heizkreisalle Anlagengrößen, grundsätzlich empfohlen
Förderung (BEG)nur noch für Anträge bis 31.12.2022zulässig

Für geförderte Maßnahmen führt heute kein Weg an Verfahren B vorbei. Wichtig dabei: Die Leistungsbeschreibung des VdZ erlaubt ausdrücklich Vereinfachungen – zum Beispiel U-Werte nach Gebäudetypologie statt aufwendiger Bauteilaufnahme.

Was bei Verfahren B nachzuweisen ist

  1. Raumweise Heizlast nach der Normenreihe DIN EN 12831.
  2. Heizflächen prüfen: Durchfluss je Heizfläche aus Heizlast, geplanten Vor- und Rücklauftemperaturen und der Größe der Heizfläche.
  3. Einstellwerte ermitteln: Voreinstellung der Thermostatventile, Pumpenförderhöhe und Gesamtdurchfluss; bei Bedarf Strangarmaturen oder Differenzdruckregler.
  4. Vorlauftemperatur optimieren – bei vorhandenen Heizflächen so niedrig wie möglich.
  5. Dokumentieren und übergeben: Randbedingungen und Ergebnisse gehören dem Auftraggeber.

Ein Differenzdruckregler ist laut Leistungsbeschreibung nötig, wenn am Thermostatventil mehr als 150 mbar anstehen – nicht bei Ventilen mit automatischer Durchflussbegrenzung.

Was im VdZ-Formular steht

Das Formular „Bestätigung des Hydraulischen Abgleichs“ füllt der Fachbetrieb aus und unterschreibt es; der Kunde bestätigt, die Unterlagen erhalten zu haben. Abgefragt werden je Heizkreis:

  • Art des Heizkreises: Zweirohrheizung, Fußbodenheizung oder Einrohrheizung
  • Auslegungsvorlauftemperatur und Heizkreisrücklauftemperatur in °C
  • ermittelter Gesamtdurchfluss in l/h und ermittelte Pumpenförderhöhe in m
  • ob ein Differenzdruckregler bzw. Strangregulierventil vorhanden ist

Dazu kommen das Verfahren, die Prüfung des Ausdehnungsgefäßes mit Fülldruck und Bemerkungen.

So liefert die App die Werte

  • Aus der raumweisen Heizlast und deinen Heizflächen rechnet die App für jeden Heizkörper den Rücklauf, bei dem er genau seinen Anteil abgibt, und daraus den Durchfluss.
  • Rohrleitung, Ventil und Einbauten ergeben die Pumpenförderhöhe am ungünstigsten Heizkörper.
  • Je nach Ventil kommt der Einstellwert heraus: Liter pro Stunde bei Ventilen mit automatischer Durchflussbegrenzung, die Voreinstellung bei herkömmlichen.
  • Der Bericht enthält ein Blatt „Werte für das VdZ-Formular“ – in denselben Einheiten wie das Formular, zum Übertragen.

Grenzen: Die App rechnet Zweirohrheizungen mit Heizkörpern und Fußbodenheizung. Einrohrheizungen rechnet sie nicht. Sie ersetzt weder die Prüfung vor Ort noch die Unterschrift des Fachbetriebs.

Weiter: Förderung im Überblick · So rechnet die App die Heizlast

Quellen